Apr 092012
 

Mit der steigenden Zahl der Radfahrer in der wärmeren Jahreszeit werden auch die Konflikte mit den Fußgängern immer mehr. Zusätzliche Flächen für den Radverkehr werden leider nicht dem zurückgehenden Autoverkehr weggenommen, sondern immer noch meist den Fußgängern. Wie können sich also Radfahrer und Fußgänger arrangieren?

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Der Radweg ist kein Aufstellfläche für Fußgänger

Regel Nummer 1: Radfahrer haben auf Gehwegen nichts verloren. Sie gefährden damit nicht nur Fußgänger, sondern auch und vor allem sich selbst. Auch ein sehr langsam fahrender Radfahrer ist immer noch mindestens doppelt so schnell wie die schnellsten Fußgänger. Damit kann und muss ein Autofahrer, der aus einer Garageneinfahrt herausrollt nicht rechnen. Und der Sinn der Absenkung von Gehsteigkanten ist es auch nicht, den Radfahrern das leichtere und schnellere Queren von Straßen zu ermöglichen.

Diese Regel gilt auch für Kinder. Ausgenommen sind lediglich Kinderräder, also Räder, mit denen man nicht viel schneller als Schrittgeschwindigkeit fahren kann. Das sind typischerweise nur Fahrräder, auf den noch Stützräder montiert sind oder montiert werden können.

Umgekehrt haben auch Fußgänger nichts am Radweg verloren. Der Radweg ist wie eine Fahrbahn zu betrachten. Queren ist erlaubt, aber bitte in möglichst rechtem Winkel und auf kürzestem Weg. Der Radweg ist sicher kein geeigneter Ort, um auf das Grünlicht der Fußgängerampel zu warten. Und der Radweg ist auch kein geeigneter Ort, um Ladegut zu lagern.

Auf den leider immer noch häufigen, kombinierten Geh-Radwegen haben Fußgänger grundsätzlich Vorrang. Trotzdem sollte man als Fußgänger den Radfahrern genügend Raum geben. Denn sie müssen gesetzlich den Geh-Radweg benützen und dürfen auch nicht auf die Fahrbahn ausweichen. Es ist daher nur fair, möglichst am Rand zu gehen und – wenn der Weg nicht überbreit ist – nicht nebeneinander zu gehen.

Eine besondere Gefahr für Radfahrer stellen Hunde dar. Ob es besser ist, diese anzuleinen oder nicht, darüber scheiden sich selbst unter Radfahrern die Geister, aber wenn Leine, dann bitte die Kurze. Besonders gefährlich für Radfahrer sind die Flexileinen. Sie sind kaum aus der Entfernung sichtbar. Und wenn der Hund dann plötzlich losläuft, weil die Leine nicht gesperrt ist, kommt es leicht zu schweren Unfällen. Die Beaufsichtigung eines Hundes erfordert die volle Konzentration des Besitzers. Daher sollte auf ausgedehnte Telefonate am Mobiltelefon beim Gassi-Gehen verzichtet werden.

Abschließend aber noch ein Appell an alle Radfahrer: Auch für euch gilt die Anhaltepflicht vor Fußgängerschutzwegen.

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Benützungspflicht für Radwege abgeschafft gehört.

Roman Korecky

donaustadtecho
Author: donaustadtecho

  One Response to “Der Stadtradler – ein Friedensplan”

  1. Sehr geehrter Herr Korecky,

    ich finde Ihren Artikel sehr informativ. Am Beginn der neuen Saison sollte man alle wieder darüber informieren, dass es nur gemeinsam ohne Probleme und Streitigkeiten gehen kann. Leider sehe ich viel zu wenige Aktivitäten, um das Miteinander zu fördern und die Bedürfnisse der einzelnen Parteien zu verstehen. Im Grunde wäre es ein leichtes, ein funktionierendes System auf die Beine zustellen, bei dem Fußgänger und Radfahrer ohne Zwist im Einklang ihre Strecke bewältigen können.

    Die größte Gefahr geht meiner Meinung nach aber von den Autofahrern aus. Ich fahre sehr oft den Radweg am Biberhaufenweg und musste bereits mehrmals eine Notbremsung einleiten, weil das Fahrzeug aus der Querstraße ohne Verzögerung bis in die Straßenkreuzung einfährt. Ich musste mir sogar Beschimpfungen gefallen lassen, aber das ist eine andere Geschichte. Leider benehmen sich auch viele Radfahrer nicht ordnungsgemäß und gefährden dadurch den Ruf der “braven” Pedalritter.

    Es wäre doch ein leichtes, die Stellung der Radfahrer zu heben und damit das Verständnis für diese alternative Fortbewegungsart ins Bewusstsein zu stärken! Gerade in Zeiten der hohen Treibstoffpreise und den Wegen zu gesünderem Leben sollte es jedem Wert sein, auch die schwächeren Verkehrsteilnehmer zu respektieren, indem man selbst einmal seinen Drahtesel ausführt und die Natur spürt. Wir haben in der Donaustadt so schöne Möglichkeiten…

    Kritisieren möchte ich aber auch die Realisierung einiger Radwege, die einfach im Nichts enden. Hauptsächlich sind das diese “Multifunktionsfahrspuren” auf der Straße (zum Beispiel auf der Leopoldauer Straße). Vielleicht könnte man hier bei der Neuplanung oder während des Umbaus von bestehenden Straßen darüber nachdenken, diese Fahrspuren geschützt auf einen Radweg umzuleiten.

    Ich wünsche Ihnen viel Erfolg mit Ihren Artikeln und hoffe, dass dadurch mehr Einsicht bei allen Verkehrsteilnehmern entsteht.

    Beste Grüße.

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