Pro Hochhaus – was denn sonst? (Leitartikel Ausgabe 19 Donaustadtecho)

Liebe LeserInnen!
Ich bin vor 10 Jahren in die Donau City zugezogen, in einen Teil Kaisermühlens, der erst vor rund 15 Jahren gebaut wurde. In der Donau City wird ja sprichwörtlich ständig gebaut. Mal mehr mal weniger. Dieser Veränderungsprozess und das Entstehen von Neuem vor meiner unmittelbaren Haustüre prägt natürlich.
Es ist spannend es mit anzusehen, manchmal traurig darunter zu leiden.
Die Bauten um die Kratochwjlestraße sind für mich extrem verunglückt. Zu wenig Kinderspielplätze und Gemeinschaftsflächen. Aus Fehlern müssen wir lernen. Und trotzdem weiter in die Höhe bauen!

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Andreas Schwantner, Herausgeber

„Bist du für oder gegen das Hochhaus – die Hochhäuser?“
Diese Frage wird mir in der Diskussion über die rege Bautätigkeit in der Donaustadt häufiger gestellt.
Für mich als Stadtbewohner und politisch Interessierten fällt die Frage in dieselbe Kategorie wie die: „Bist du für oder gegen das Atmen?“
Zum Atmen gibt es nur die Alternative: Luft anhalten und sterben. Luft anhalten ist also keine brauchbare Option!
Lassen Sie mich meinen Standpunkt anhand folgender Zahlen verdeutlichen:
4.000 Neubauwohneinheiten fehlen jedes Jahr allein in Wien (Einschätzung laut eines Wohnbauexperten auf www.diepresse.com).

500 Wohneinheiten sollen beim Projekt Danubeflats entstehen.

8-mal Wohnhausprojekte wie Danubeflats zusätzlich zu der bereits vorhandenen Bautätigkeit pro Jahr sind erforderlich, um den JÄHRLICHEN Bedarf abdecken zu können. Und wer nicht die Stadtränder weiter flächenmäßig zubetonieren will, muss in die Höhe bauen!

Wird nicht mehr gebaut, werden die Wohnungspreise noch weiter steigen. Soll die Stadtregierung den Kopf in den Sand stecken und der zusätzliche Bedarf ignoriert werden? Ist das die Option? Wohl kaum. Meine Tochter (heute 7 Jahre) wird in spätestens 11 Jahren den ersten Wunsch nach einer kleinen, feinen, natürlich leistbaren Wohnung haben. Aber wenn diese keiner baut, wird das „von zu Hause ausziehen“ dann unleistbar?

DanubeFlats nur Wohnungen für Wohlhabende?

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Ansicht Projekt DanubeFlats
Copyright www.projecta01.com

Nicht nur, aber auch. Daher passt ja DanubeFlats so wunderbar neben den Seidlerturm.
Auch Leute mit mehr Geld als der sogenannte Mittelstand müssen wohnen und besser hier als in Einfamilienhäusern am Stadtrand!

Es geht um viel Geld, im Seidlerturm wohlgemerkt!
Googlel ist dein Freund und so habe ich am 23.3.2013 folgende ca. Immobilienpreise für das Hochhaus Neu Donau (Seidlerturm) gesichtet:
Da wurde eine 60m² Wohnung zum Kaufpreis von derzeit über €300.000,- angeboten, eine 100m² Wohnung zum Preis von ca. €500.000,-
Eine 65m² Mietwohnung wird um ca € 1.500,- Miete im Monat, eine mehr als 300 m² Wohnung um € 4.000,- Miete im Monat offeriert.

Wie viele WohnungseigentümerInnen sind Gründungsmitglieder der „Rettet Kaisermühlen“ Bürgerinitiative?
Es wäre schade, wenn sich die engagierte Gründertruppe zur Verhinderung des DanubeFlats Projekts als Wohnungseigentümeriniatitive, die um ihre Immobilienpreise fürchten, entpuppen würde.

Wer verliert schon gerne Geld?
Keiner, offensichtlich, wenn allerdings Danubeflats realisiert wird, dann wird die Floskel „unverbaubarer Fernblick“ bei einigen Inseraten von Seidlerturmverkäufern nicht mehr zu lesen sein und die Wohnung vielleicht statt €500.000 nur mehr €490.000 wert sein. Wenn einige Hundert neue Immobilien direkt vor der Haustüre am Markt sind, dann kann es schon zu Wertanpassungen nach unten kommen!

Ist das der Grund DanubeFlats nicht zu bauen? Wenn er das wäre, dürfte in ganz Wien ab morgen nichts mehr gebaut werden. Absurd!

Die Infoveranstaltung
Viele Wohnungssuchende aus anderen Bezirken waren von 20.3. bis 22.3. bei der Infoveranstaltung für Anrainer zum Thema Danubeflats. Die Liste der Wohnungsreservierungen soll angeblich schon über 1000 Personen lang sein.

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Ein Anrainer, der zeigt wo er wohnt, freut sich auf die neue Infrastruktur, will aber nicht namentlich genannt werden, zu groß sind die Befürchtungen vor negativen Reaktionen der Danubeflatsgegner.

Der Anrainer auf dem Foto oben zeigte sich ebenfalls vom Projekt begeistert, allerdings will er seinen Namen nicht in der Zeitung lesen. Er fürchtet die neg. Reaktionen der Danubeflatsgegner. So weit ist es schon gekommen, da fehlen selbst mir die Worte.

Ich freue mich auf Eure Meinungen! Bitte per Mail!

Andreas Schwantner

Herausgeber

mail@donaustadtecho.at

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