Mag. Michaela Jana Löff wurde vor einem Jahr von der ÖVP als Nachfolgerin von Gerda Müller als Bezirksvorsteher – Stellvertreterin nominiert. Wir haben die Gelegenheit für ein Interview genutzt:
Donaustadtecho: Was war Ihre größte Herausforderung im vergangenen Jahr?
Bezirksvorsteher – Stv. Mag. Michaela Jana Löff:
“Als Mutter zweier Söhne erlebe ich täglich die Schwierigkeiten, denen Familien, ältere Menschen und all jene begegnen, die in der Donaustadt versuchen, ihren Alltag zu meistern. Eine der drängendsten Herausforderungen ist die angespannte Parkplatzsituation, die sich seit der Einführung des “Parkpickerls” im Jahr 2022 deutlich verschärft hat. Bereits im Vorfeld stand die Bevölkerung dieser Maßnahme skeptisch gegenüber, und die Befürchtungen, dass das “Parkpickerl” die Lebensqualität eher verschlechtern würde, haben sich vielerorts leider bewahrheitet.
Besonders betroffen sind Bewohnerinnen und Bewohner der Gartensiedlungen, deren schmale Gassen kaum alternative Parkmöglichkeiten bieten. Über Nacht wurde das Parken vor dem eigenen Haus plötzlich für “illegal” erklärt, was rigoros kontrolliert und sanktioniert wird – ohne Vorwarnung oder Berücksichtigung jahrzehntelanger Gewohnheiten. Dies bedeutet für viele Familien und ältere Menschen eine enorme Belastung: Jeden Abend aufs Neue müssen sie erleben, dass sie nicht einmal in der Nähe ihres Zuhauses parken können, während sie dennoch für das “Parkpickerl” bezahlen.
Besonders bitter ist der Frust, den ich täglich aus Gesprächen mit den Betroffenen erfahre: “Bitte helfen Sie uns, niemand hört uns zu.” Eine große Herausforderung des vergangenen Jahres bestand darin, diesen Stimmen Gehör zu verschaffen. Im Sommer haben wir betroffene Anwohnerinnen und Anwohner dazu ermutigt, eine Petition zur “Parkplatzkrise in der Donaustadt” zu starten. Mit mehr als 1.700 Unterstützerinnen und Unterstützern konnte die Petition großen Zuspruch gewinnen und muss Anfang 2025 im Gemeinderat behandelt werden. Dies zeigt, dass sich Beharrlichkeit und der Einsatz für die Menschen lohnen.”



Auf den Fotos:
Donaustadtecho: Auf welche Erfolge sind Sie stolz?
Bezirksvorsteher – Stv. Mag. Michaela Jana Löff:
“Häufig sind es die kleinen Schritte, die große Veränderungen bewirken. Ein besonderes Beispiel dafür ist die Begrünungsinitiative in der Seestadt. Während einer von uns initiierten Bürgerversammlung konnten Betroffene öffentlich ihre Sorgen über Staub, Hitze und das mangelnde Grün im Viertel ausdrücken – im Beisein zahlreicher Medienvertreter. Die begonnene Nachbegrünung zeigt, dass das Engagement der Menschen letztendlich doch ernst genommen wurde. Dieses Ergebnis gibt mir Kraft und bestärkt mich in meinem Einsatz.
Darüber hinaus war diese Initiative ein Zeichen dafür, was durch gemeinsames Handeln möglich ist. Durch eine erfolgreiche Petition, gezielte Öffentlichkeitsarbeit und eine engagierte Gemeinschaft konnten wir genug Druck aufbauen, um Veränderungen zu bewirken. Die positiven Rückmeldungen aus der Bevölkerung zeigen, dass sich unsere Arbeit auszahlt.
Ein weiterer Erfolg ist die Petition zur “Parkplatzkrise in der Donaustadt”, die mehr als 1.700 Menschen unterstützt haben. Diese Initiative unterstreicht, wie wichtig es ist, nicht aufzugeben, wenn es um die Lebensqualität der Menschen geht. Dieses Vertrauen der Menschen ist für mich nicht nur eine große Verantwortung, sondern auch ein Ansporn, weiterzumachen.”
Donaustadtecho: Welche Ziele haben Sie für das kommende Jahr?
Bezirksvorsteher – Stv. Mag. Michaela Jana Löff:
“Mein Ziel für 2025 ist es, die Bedürfnisse und Sorgen der Menschen in der Donaustadt weiterhin mit Nachdruck zu vertreten. Unser Bezirk steht vor großen Herausforderungen: Das rasante Bevölkerungswachstum, unzählige Baustellen und eine oft chaotische Verkehrssituation stellen den Alltag vieler Menschen auf die Probe.
Ein Schwerpunkt meiner Arbeit wird die bessere Baustellenkoordination und Verkehrsplanung sein. Die unkoordinierten Umbauten entlang der Wagramer Straße und Donaustadtstraße haben zu einem Verlust von Parkplätzen geführt, ohne dass klare Alternativen geschaffen wurden. Ich möchte mich für eine transparente Evaluierung der Maßnahmen einsetzen, die sich an den realen Bedürfnissen der Menschen orientiert. Besonders wichtig ist mir, dass diese Evaluierung nicht nur während der “Amtsstunden” stattfindet, sondern auch abends, wenn die Menschen verzweifelt nach Parkplätzen suchen.
Zudem müssen wir langfristige Lösungen für die Verkehrssituation finden: bessere Querverbindungen, eine intelligentere Ampelschaltung und eine Infrastruktur, die den Alltag erleichtert. Es kann nicht sein, dass arbeitende Menschen und Familien weiterhin die Hauptlast unüberlegter Maßnahmen tragen.
Veränderungen sind Bestandteil des Lebens, das ist uns allen bewusst. Aber sie dürfen nicht nur zulasten der Lebensqualität der Menschen gehen. Mein Ziel ist es, transparente, bürgerfreundliche Lösungen zu erarbeiten und mit Nachdruck für eine lebenswerte Donaustadt einzutreten. Gemeinsam können wir eine Stadt schaffen, in der die Menschen gehört und respektiert werden.”
