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WBV-GPA errichtet Öko-Studierendenwohnheim „GreenHouse“ in der Wiener Seestadt Aspern

Gemeinsames Projekt von WBV-GPA, ÖJAB und OeAD-WVAb 1. März 2015 nimmt das weltweit energieeffizienteste Wohnheim für Studierende namens „GreenHouse“ in Wien nahe dem Nationalpark Donauauen den Betrieb auf. Zu den Universitäten fahren die Studierenden mit der U2 ohne Umsteigen.

Sensoren in hochwärmegedämmten Zimmern messen das CO2 und „wissen“, wann die Lüftungsanlage mehr oder weniger Frischluft zuführen muss. Zwei energieoptimierte Rotationswärmetauscher gewinnen 85% der Wärme sowie die notwendige Luftfeuchtigkeit im gesamten Haus zurück. Die Aufzüge arbeiten mit Bremsrückgewinnungsenergie und kommen ohne Öl und Maschinenraum aus. Die Dachfläche wird zur Gewinnung von Sonnenenergie mit Photovoltaik genutzt, die installierte Leistung beträgt 244 Kilowatt Peak (kWp). Die produzierte Energie wird vorrangig im Haus verbraucht. Ein Batteriespeicher, der mittels der überschüssigen Elektrizität geladen wird, erhöht im Stromverbrauch des Wohnheims den Anteil an selbst produzierter Energie. Alle Geräte, von Mikrowellenherden über Dunstabzugshauben und Lüftungsventilatoren bis zu Wasser- und Heizungspumpen wurden einzeln vor dem Kauf getestet – nur hochenergieeffiziente Geräte im Regelfall ohne „Standby“-Energieverbrauch wurden zugelassen. Heizungs- und Warmwasserleitungen im Haus sind über das übliche Maß hinaus gedämmt. Eine lichtoptimierte Architektur und energiesparende LED-Lampen mit Bewegungsmeldern und Helligkeitsreglern reduzieren den Lichtenergieaufwand auf ein Minimum. Energienutzung und CO2-Emissionen werden im Rahmen eines Forschungsprojektes der Seestadt Aspern von „Aspern Smart City Research“ evaluiert.

Das sind nur einige Beispiele für die ökologischen Besonderheiten des neuen Studierendenwohnheims GreenHouse in der Wiener Seestadt Aspern ab 1. März 2015. Das Wohnheim ist im Passivhaus-Standard ausgeführt, der Heizwärmebedarf beträgt nur ca. 9,06 kWh/m2/Jahr gemäß Richtlinie 6 des Österreichischen Instituts für Bautechnik (OIB RL6). Die Österreichische Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (ÖGNB -www.oegnb.net) hat das GreenHouse bereits im Februar 2014 für seine Nachhaltigkeit ausgezeichnet. Studentische Öko-Fans werden auch die Umgebung schätzen: der Nationalpark Donauauen, Mitteleuropas größte unberührte Flusslandschaft, beginnt fast vor der Haustür – ein Paradies mit Radwegen und Naturgewässern. Nur zwei Gehminuten vom Wohnheim entfernt lockt der Naturbadeteich der Seestadt.

Entscheidend für die Studentinnen und Studenten im GreenHouse ist aber: Die „Universitäts-U-Bahnlinie“ U2 fährt vom GreenHouse, Station „Seestadt“, ohne Umsteigen zu den größten Universitäten Wiens: zur neuen Wirtschaftsuniversität bei der Krieau im Prater und nur wenig weiter zur Universität Wien und zur Technischen Universität. In der anderen Richtung ist die slowakische Hauptstadt Bratislava ab der Station „Seestadt“ mit U-Bahn und Zug in weniger als einer Stunde erreichbar.

Wohnen in „Erde“, „Luft“ und „Sonne“

313 Wohnplätze umfasst das GreenHouse in der Sonnenallee 41, 1220 Wien. Sie teilen sich gleichmäßig auf drei Gebäudeteile auf, die die Namen „Erde“, „Sonne“ und „Luft“ tragen und durch Symbolfarben gekennzeichnet sind. Drei gemeinnützige Heimträger-Organisationen vergeben die Wohnplätze in je einem Gebäudeteil: die ÖJAB -Österreichische Jungarbeiterbewegung im Hausteil „Erde“, die WBV-GPA – Wohnbauvereinigung für Privatangestellte gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung im Hausteil „Luft“ und die OeAD-WV GmbH -Österreichischer Austauschdienst-Wohnraumverwaltungs GmbH Wien im Hausteil „Sonne“. Die Heimleitung des gesamten GreenHouses liegt in den Händen der ÖJAB.

Auf www.oejab.at/greenhouse (Tel.: 01 / 597 97 35-0) können sich Studierende für einen ÖJAB-Wohnplatz im GreenHouse, Teil „Erde“, auf www.studentenwohnen.at (Tel.: 01 / 913 69-74) für einen Wohnplatz der WBV-GPA im Bauteil „Luft“ und auf www.housing.oead.at für einen Wohnplatz der OEAD-WohnraumverwaltungsGmbH (Tel.: 01 / 534 08 800) im Bauteil „Sonne“ anmelden. Die Studentenheimplätze gibt es bereits ab 254,- EUR im Doppelzimmer und bis maximal 398,- EUR im Einzelzimmer pro Person monatlich, inklusive Heizung, Strom, Internetzugang, Fernseh-Anschluss und regelmäßiger Zimmerreinigung. Einzelzimmer, Doppelzimmer, Garconnieren und Wohngemeinschaften stehen voll möbliert mit eigener Kochnische, Badezimmer sowie einer Lern- und Ruhezone zur Verfügung. Für alle BewohnerInnen bietet das GreenHouse zusätzlich Gemeinschaftsküchen in den Stockwerken, Musikproberäume, Fitnessräume, eine Sauna, einen Veranstaltungs- und Partyraum, einen Meditationsraum, einen Seminarraum, einen Fahrradabstellraum und einen Waschsalon. Der mit Obstbäumen begrünte Innenhof lädt bei schönem Wetter zu entspannenden Lernpausen ein.

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Grafik des künftigen ÖJAB-GreenHouses von außen © aap.architekten-www.deepinterface.com

Ein Ort der Begegnung

Junge Menschen aus allen österreichischen Bundesländern und internationale Austauschstudierende werden das GreenHouse ab 1. März 2015 mit Leben erfüllen. Auch Personen mit körperlichen Benachteiligungen können in das GreenHouse einziehen, da das gesamte Wohnheim barrierefrei gestaltet ist. Heimleiterin Judith Kittelmann wird selbst im Haus wohnen und will dadurch für eine besonders freundliche Wohnatmosphäre und für gemeinsame Aktivitäten sorgen. „Das GreenHouse wünsche ich mir als einen Ort der Begegnung junger Menschen, die aus unterschiedlichen Lebenssituationen und aus verschiedensten Ländern kommen“, beschreibt Kittelmann.
Errichtet wurde das GreenHouse nach Plänen der „aap.architekten ZT“ und der Bauphysik von Schöberl & Pöll GmbH von der Wohnbauvereinigung für Privatangestellte Gemeinnützige GesmbH (WBV-GPA). Die reinen Baukosten des Studentenheims betragen rund 14 Mio. EUR. Finanziert wurde das Bauwerk mit Mitteln der Wiener Wohnbauförderung, Kapitalmarktdarlehen und Eigenmitteln der Heimträgerorganisationen.

Das GreenHouse ist eines der ersten Gebäude, das im größten Wiener Stadtentwicklungsgebiet „Seestadt Aspern“ fertig wird. Es soll Vorbildwirkung für neue ökologische und soziale Standards bei Wohnheimen haben. Die feierliche Eröffnung ist im Frühjahr 2015 geplant.

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