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Taxifahren, das macht Spass??

 Es gibt ja viele spannende Dinge in einer Weltstadt wie Wien, das Taxifahren gehört seit geraumer Zeit nicht dazu.
Wohl gibt es viel Licht, allerdings wohl noch mehr Schatten. Den vielen und gut ausgebildeten TaxilenkerInnen stehen wohl eine um vieles größer Anzahl an, ja wie soll ich sie nennen, gegenüber. Mir fällt da keine Begrifflichkeit ein, Nurmies, Präpotzenzler, Nicht Auskenner, Nicht nach Routenplanerfahrenkönner, nicht Deutschsprecher, Nicht Unocitykenner ?
Ich bin für Vorschläge dankbar.
Die letzten Jahre meines Taximitfahrens waren geprägt von folgenden Highlights:

Die Schimpftriade

Eine etwas kleiner geratenen Taxifahrerin, gefühlte 90 Jahre alt, die in einer mir unbekannten Sprache- der Mimik und Gestik- nach, eine andauernde Schimpftriade abließ. 10 Minuten Taxifahrt mit lautstarkem, fremdländischen Kraftausdrücken.
Ein Erlebnis der Extraklasse.
Ich denke, die „Dame“ war wohl etwas vom Strassenverkehr angetan.

Der Nicht Vignetten hab Taxler.

In froher Männerrunde auf dem Weg nach Nußdorf, Startpunkt Donaucity.
Fährt der Taxler doch über die Reichsbrücke, auf unsere Frage, wo er denn hinfahre, meinte er in der Mitte der Brücke, wie soll er denn fahren.
Kostete viele Euros extra, sein Schlenkerer durch die Stadt, wie wir dann festgestellt haben, hatte er kein Autobahnpickerl und wollte sich wohl die ein oder andere Verkehrskontrolle ersparen.

Der Nicht UNO City kenn Taxler

Rückfahrt zu später Stunde in selbiger Männerrunde von Wien Nußdorf nach Wien Donaucity.
Der nette, aber unserer Sprache NICHT kundige Taxler konnte mit den Begriffen Donaucity und Unocity nichts anfangen. = Er wußte NICHT wo die Unocity ist.
Jackpot.
Unser Glaube an die versteckte Kamera wurde jäh enttäuscht, da wir aber nun schon mal im Auto drinnen waren, gaben wir eine kostenlose Einschulung und lotsten den „Fahrer“ in die Donaucity.

Der Nicht nach dem Navi fahr könn Taxler

Mein Weg führte mich von der Donaucity in die Weiten der Donaustadt. Ein Taxler um die 40 tippte gequält die Adresse meines Begehrens in Navi und los ging es. (Eine sehr sehr lange und bekannte Straße in der Donaustadt)
Wir fahren vor uns hin, er mehr die Augen am Navi habend als am Straßenverkehr. Ich sehr entspannd unterwegs und schau ma das von hinten mit Erstaunen an.
Dann zeigt das Navi rechts abbiegen, er fahrt gerade aus.
Okay denke ich, er kennt eine Abkürzung.
Er fixiert das Navi, bleibt kurz stehen, Navi repositioniert sich.
Navi zeigt gerade aus an, dann bei der nächsten wieder rechts. Er fährt gerade aus, verpasst das Abbiegen.
Doch eine Abkürzung denk ich, mitnichten!
Navi positioniert sich wieder, wieder warten.
Es war weniger Schadenfreude, als mehr unendliches Erstaunen, das mich hinten fesselte.
Zugegeben ich hatte Zeit und genug Kleingeld einstecken, dieses Schauspiel war es mir wahrlich wert.

Der Taxameter rennt schon Taxler

= Taxifahrer, die das Taxameter schon vor der Abfahrt angeschalten haben, oder die du per Funkt bestellst und schon mit einer deutlich erhöhten Grundtaxe 😉 am Treffpunkt erscheinen.

Mein Highlight

Taxifahrt am 3.2.2012, Start 10:25, 10. Bezirk
Ich winke ein Taxi herbei und ab geht die Post.
Sag dem Taxifahrer, dass ich gern in die Langobardenstraße möchte.
Tiefstes Schweigen, dann die Frage in welchem Bezirk das sei.
Ich hab da keinen Stress mehr, kenn ja die Taxifahrer, sag im 22., beim SMZ Ost, dem Krankenhaus.
Wieder tiefes Schweigen.
Nun gut, die Toleranz wächst mit den Jahren, Wien ist ja bekanntlich von Gassen und Krankenhäusern übersäht, muss man / frau ja nicht kennen.
Er greift zu seinem Navi und, sagen wir es so, hatte wohl die ehrliche Absicht den Straßennamen ins Navi einzugeben.
Aber ich bin, zugegeben, nicht immer der deutlichste Sprecher :), und als auch das Buchstabieren mit L wie Ludwig, A wie Anton, N wie Nordpol usw. nicht im geringsten fruchtete, reichte er mir das Navi nach hinten und ich tippte den Namen der Straße ein und reichte es ihm wieder nach vorne.
Soweit so gut.
Navis geben Kommandos, sprechen den Text vor, wir fahren nach, allerdings nicht blind.
Soweit, wieder so gut.
Eine erstaunliche Fahrt fand ihre Fortsetzung.
Die Krönung war, als mein geschätzter Fahrer das Lenkrad herumriss und die falsche Ausfahrt nahm und wir uns auf der A23 Richtung Klosterneuburg wiederfanden.
Auf meine leicht genervte Anmerkung, dass ich nicht bereit bin diese Verfahrer zu zahlen, meinte er nur, er wird es eh nicht in Rechnung stellen.
Ausfahrt Kaisermühlen erfolgte die Abfahrt, bei der Donauinsel wurde umgedreht und weiter gings.
Weitere Highlights waren die Spurensuche bei der weiteren Abfahrt.
Es war ein Lenkradherumgereiße der Extraklasse, auf der Suche nach der richtigen Spur.
Zugegeben, ein Tröpferl Angstschweiß entfleuchte meiner Stirn.
Das Salär betrug 20 Euro, er verlangte 16 Euro, schlussendlich 15 Euro.
Ich erlaubte mir die Bemerkung, ob er denn überhaupt ein zugelassener Taxifahrer sei, worauf er mir einen vergilbten Zettel mit seinem Fotos vorlegte, für mich nicht als Ausweis erkennbar.
Da war dann viel im Preis inkludiert:
SMZ Ost nicht kennen,
Navi nicht nachfahren können
Für mich keinen Taxiausweiß habend.
Ich empfehle Kontaktaufnahme mit der Fachgruppe der Wirtschaftskammer Taxi.Mietwagen@wkw.at Zeit, Taxikennzeichen und Beschwerde inkludieren.
Obs besser wird?
Na, die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

PS: Als ich in netter Runde am selben Abend meine Geschichte präsentierte, erhielt ich gleich das nächste Bonmot.
Ein Anwesender erzählte mir über seine Taxifahrt zu unserem Treffpunkt heute. (2. Bezirk nach Donaustadt)
Der Taxler verweigerte die Bankomatzahlung, weil sein Chef wolle das nicht, das koste 4% Gebühren. Streiten half nichts, er musste bar zahlen.

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