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StR Ludwig: Gemeinschaftsgeist und Mitbestimmung – Baugruppen für aspern Die Seestadt Wiens

Wer seinen persönlichen urbanen Wohn(t)raum gemeinsam mit Gleichgesinnten umsetzen möchte, findet in der Seestadt aspern die optimalen Rahmenbedingungen vor.

Wien (OTS) – Der neue Wiener Stadtteil hat für Baugruppen besonders attraktive Flächen reserviert, die ab heute, Donnerstag, ausgeschrieben sind. Gefragt sind Gemeinschaften mit individuellen Konzepten zum Bauen, Wohnen und Arbeiten, die Vielfalt und Freiräume suchen und sich am Werden „ihrer“ Stadt beteiligen wollen. aspernseepromenadeIm urbanen Raum steigt die Nachfrage nach dieser Bauform, die maximale Freiheit für individuelle Lösungen, Selbstbestimmung und Eigenverantwortung bietet sowie die soziale Nachhaltigkeit fördert. Baugruppen werden von Menschen getragen, die urban und individuell leben möchten, hohe Ansprüche an ihr Zuhause und ihr Umfeld haben, gelebte Nachbarschaft schätzen und ihren Lebensraum aktiv mitgestalten wollen. „Partizipation und Mitbestimmung sind nicht nur wesentliche Elemente der Demokratie, sondern auch eng mit sozialer Nachhaltigkeit verknüpft. Durch das Partizipationsmodell ,Baugruppen‘ forcieren wir die Einbindung der künftigen Bewohnerinnen und Bewohner in die Gestaltung ihrer Wohnbauten. Wir schaffen damit Wohnprojekte, die punktgenau den Bedürfnissen entsprechen und erreichen eine weitere Steigerung der Wohnzufriedenheit“, so Wohnbaustadtrat Dr. Michael Ludwig.

In der ersten Entwicklungsetappe der Seestadt ist Raum für rund 170 Wohnungen in attraktiver Lage vorgesehen. Seit der ersten Vorstellung der Baugruppen-Idee im vergangenen Jahr haben sich bereits mehrere Gemeinschaften formiert, die seither mit viel Schwung an ihren Projekten arbeiten. ****

Die Seestadt aspern ist der ideale Platz für Baugruppen aspern bietet ausreichend Flächen und damit Flexibilität für großzügige Grundrisse, Raumhöhen und Freiflächen in einem dennoch urbanen Umfeld. Verschiedene Nutzungen wie Wohnen, Arbeiten, Geschäftsflächen und Gastronomie werden sehr bewusst gemischt und relativ kleine Parzellen vergeben. So entsteht städtische Vielfalt.

Das alternative Mobilitätskonzept, das durch die ausgezeichnete öffentliche Anbindung über U2, Straßenbahn und Busse möglich wird, der zentrale See inmitten eines Parks, viele Grünflächen, aber auch der nahe Nationalpark Donau-Auen geben der Seestadt ihre besondere Prägung. Nachhaltigkeit und anspruchsvolle ökologische Konzepte werden den Wohnbau, die Gestaltung von Straßen und Wegen und auch der Zweckbauten kennzeichnen.

„Für die erste Entwicklungsetappe haben wir für Baugruppen ein sehr attraktives Baufeld – gleich neben einem Stadtteilpark und gegenüber dem zukünftigen Bildungscampus – reserviert“, erklärt Josef Lueger, Prokurist der Entwicklungsgesellschaft für aspern, der Wien 3420 AG. „Wir sind überzeugt davon, dass diese aktiven, engagierten Gemeinschaften ausgezeichnet zu uns passen und freuen uns auf ganz unterschiedliche Konzepte. Uns ist wichtig, dass die Erdgeschoßzonen lebendig und bunt werden. Auch für Baugruppen gilt deshalb, dass die Erdgeschoßbereiche eine Raumhöhe von mindestens vier Metern haben müssen. Idealerweise bringt die Gruppe selbst schon ein Konzept für deren Nutzung mit – vom Geschäftslokal über ein Büro, eine Werkstatt oder Arztpraxis bis hin zur Kindergruppe. Wir sind auch gerne behilflich bei der Suche nach Mietern.“ Die Nutzung für einen Gastronomiebetrieb und eine Apotheke sind auf diesem Baufeld bereits vordefiniert.

So funktionieren Baugruppen Mehrere Gleichgesinnte schließen sich zusammen und treten gemeinsam als Bauherren auf.
Dazu gibt es verschiedene mögliche Rechtsformen – vom Verein über die Genossenschaft oder GmbH als MieterInnen- oder EigentümerInnengemeinschaft. Die Initiative kann von ArchitektInnen und BauberaterInnen, Kommunen bzw. der Politik ausgehen oder aber von Einzelpersonen, die sich über ihre spezifischen Interessen und Bedürfnisse finden. Dabei geht es zum Beispiel um bestimmte Themen wie Energieoptimierung oder den Verzicht auf Autos, um Lebenssituationen wie Gemeinschaften von Alleinerziehenden oder SeniorInnen oder um Integrationsprojekte. Diese reichen von Mehrgenerationen-Gruppen über Menschen aus unterschiedlichen Kulturen bis hin zu Wohngruppen für Menschen mit besonderen Bedürfnissen. „Das Mitbestimmungsmodell der Baugruppen fördert nicht nur die Identifikation und die Zufriedenheit der Bewohnerinnen und Bewohner mit ihrer Wohnhausanlage, sondern ist auch ein aktivierendes Element für den Zusammenhalt der Hausgemeinschaften und damit auch für ein funktionierendes soziales Netz in der unmittelbaren Wohnumgebung. In einer dynamischen Metropole wie Wien gewinnen Instrumente, die demokratische Prozesse auch im unmittelbaren Alltag stärken, zunehmend an Bedeutung. Partizipation, Verantwortung und soziale Kompetenz tragen ganz wesentlich zum Funktionieren einer solidarischen Gesellschaft und der Lebensqualität bei“, unterstreicht Wohnbaustadtrat Ludwig.

Im Rahmen der Wohnbauförderung hat die Stadt Wien bereits mehrerer solcher Projekte unterstützt, u.a. die Sargfabrik, die Frauenwohnprojekte [ro*sa] und KalYpso, das Projekt „Wohngruppen für Fortgeschrittene“ und das Heimprojekt B.R.O.T.

Wohnbauförderung für Baugruppen in aspern In Kooperation mit dem wohnfonds_wien und der Wien 3420 Aspern Development AG wurde nun von der Gründstückseigentümerin GELUP GmbH ein Bewerbungsverfahren ausgelobt, um qualitativ hochwertige Projekte zu fördern. Die Bewerbungsphase für die erste Stufe des zweistufigen Verfahrens startet heute, Donnerstag, und endet am 14. Juli 2011.

In dieser Phase können interessierte Gruppen ihr Projektkonzept für Wohnen und Leben in Gemeinschaft vorlegen, das insbesondere die sozialen Aspekte und die Realisierbarkeit beschreiben soll. Innovative Wohnkonzepte, die Gestaltung der Freiräume und des Wohnumfeldes, barrierearme Erschließung und autofreie Konzepte sind nur einige Beispiele für die Möglichkeiten von Baugruppen. In der zweiten Stufe geht es um die konkreten Bau- und Realisierungskonzepte, die vom Grundstücksbeirat nach den vier Kriterien des geförderten Wohnbaus der Stadt Wien – soziale Nachhaltigkeit, Qualität der Architektur, Ökonomie und Ökologie – beurteilt werden.

Bei Inanspruchnahme von Wohnbauförderungsmitteln werden ein Drittel der Wohnungen als Anbotswohnungen dem Wohnservice Wien zur Vergabe zur Verfügung gestellt. Diese Wohnungen sind daher mit unterschiedlichen Wohnungstypologien zu gestalten. Ziel ist es, die Planung 2012 abzuschließen. Ende 2013 sollen die ersten Baugruppen ihren neuen Lebensraum in der Seestadt besiedeln.

Zwtl: Informationen für Interessierte Das Wohnservice Wien erteilt Erstinformationen zu Baugruppen, häIt InteressentInnen für Anbotswohnungen im Rahmen von Baugruppenprojekten in Evidenz und stellt den Kontakt zu mittlerweile bestehenden Baugruppen her. Für bereits gebildete oder potentielle Baugruppen ist der Ansprechpartner der wohnfonds_wien. Er berät die Gruppen in allen Verfahrens- und Förderungsfragen.

wohnfonds_wien – fonds für wohnbau und stadterneuerung 1080 Wien., Lenaugasse 10 Tel.: 01/403 59 19 – 86695 E-Mail: baugruppen@wohnfonds.wien.at www.wohnfonds.wien.at

Wohnservice Wien 1020 Wien, Taborstraße 1-3 Tel.: 01/24 503-25800 E-Mail: office@wohnservice-wien.at www.wohnservice-wien.at

Informationen zum Baugruppen-Konzept für aspern und Kontaktmöglichkeiten zu den bereits aktiven Gemeinschaften sind darüber hinaus auch auf www.aspern-baugruppen.at zu finden. (Schluss) hie/kau

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