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Stadt Wien reformiert das Ausbildungssystem der Wiener Berufsfeuerwehr-Neuerrichtung der Zugswache Aspern

10-Jahres-Plan für die Sanierung und Neuerrichtung von Wachestandorten garantieren langfristige Erhaltung des hohen Sicherheitsniveaus der Stadt
„Als Feuerwehrstadträtin bin ich sehr stolz, die Verantwortung für eine derart engagierte Truppe wie die Wiener Berufsfeuerwehr tragen zu dürfen. Mir ist es deshalb ein persönliches Anliegen, dass diese für alle zukünftigen Anforderungen bestens gerüstet ist und ihre vielseitigen Aufgaben auch weiterhin professionell wahrnehmen kann“, so Vizebürgermeisterin Renate Brauner. Die Wiener Berufsfeuerwehr ist bereits jetzt in vielen Bereichen „Weltspitze“. Hier möchte man laut Brauner auch weiterhin anknüpfen. Dies wird durch Umstrukturierungen geschafft.

Feuerwehrschule fuer Wien; am 16.2.2012; Vbgmin Mag.a Renate Brauner; Branddirektor DI Dr. Gerald Hillinger;

Vizebürgermeisterin Renate Brauner und Branddirektor Gerald Hillinger präsentieren die erste Wiener Feuerwehrschule der Wiener Berufsfeuerwehr (C) PID

Als erste Investition plant die Stadt Wien bis zum Jahr 2015 die gesamte Aus- und Fortbildung der Wiener Berufsfeuerwehr am Standort der Hauptfeuerwache Floridsdorf zu konzentrieren. „Dieser Schritt ist ein Meilenstein für die Ausbildung der Wiener Feuerwehrmänner und -Frauen. Mit dem bisherigen Modell im Zuge des normalen Einsatzbetriebs kann die Ausbildung nur noch mit hohem Ressourcenaufwand durchgeführt werden, das neue duale Ausbildungssystem hat sich dagegen international bereits bestens bewährt“, so Branddirektor Dipl. Ing. Dr. Gerald Hillinger. Darüber hinausgehend wurde ein 10-Jahres Plan für die Sanierung und Neuerrichtung von Wachestandorten erstellt, der in den kommenden Jahren sukzessive umgesetzt werden soll. Die Reform kommt dabei allen WienerInnen zugute: „Eine professionelle Ausbildung ist auch in der Zukunft gesichert und eine moderne Infrastruktur stellt sicher, dass jeder Punkt in der Stadt bei Alarmierung innerhalb von 7-8 Minuten erreicht wird“, so Hillinger.

Die Pläne der Wiener Berufsfeuerwehr sind für Renate Brauner auch ein Musterbeispiel für kostenbewusste Reformen in Zeiten der Wirtschaftskrise: Durch strukturelle Veränderungen wird die Leistungsfähigkeit der Wiener Feuerwehr weiter erhöht und verbessert. Darüber hinaus unterstützt die Stadt Wien genau dort durch Investitionen, wo diese für den Standort Wien Sinn ergeben: „Jeder Euro, den wir in die Verbesserung der Infrastruktur der Wiener Berufsfeuerwehr investieren, dient hier letztlich der Verbesserung der Sicherheit der Wienerinnen und Wiener“, so Brauner.

Zwtl.: Die Feuerwehrschule im Detail

Die Feuerwehr Wien ist mittlerweile im mitteleuropäischen und nordamerikanischen Raum eine der letzten Feuerwehren dieser Größe, welche die gesamte Ausbildung während der Einsatzbereitschaft durchführt. Für die Umsetzung wurde die Variante einer Adaption der Hauptfeuerwache Floridsdorf als kostengünstigste und effizienteste Variante gewählt. Bereits jetzt befinden sich einige Ausbildungsstätten am Gelände (z.B. das Brandübungshaus). Ausreichend Raum für die Schule entsteht durch die Auflassung der bisherigen KFZ-Werkstätte. Die dadurch frei werdenden Räumlichkeiten werden umgebaut und erweitert. Ein teurer Ankauf eines Grundstücks und die Errichtung eines neuen Gebäudes werden dadurch vermieden.

Zwtl.: Die neue Ausbildung

Das in der Ausbildung tätige Personal (Lehrer und Schüler) bleibt grundsätzlich im Einsatzdienst, wird allerdings für die geblockten Lehrveranstaltungen an der Schule temporär vom Einsatzdienst abgezogen. Dieses duale Ausbildungssystem („training-on-the-job“) mit Vertiefungseinheiten ist internationaler Standard.

Die Ausbildung für den Feuerwehrberuf ist wie eine Lehre konzipiert: Ein Teil wird beim Lehrherrn erlernt (Praxis), ein Teil in der Schule (Theorie). Für eine Ausbildung sind dabei derzeit 2-6 Wochen vorgesehen, für die Grundausbildung 20 Wochen. Nach der jeweiligen Ausbildung wechselt der Auszubildende dann wieder in den Einsatzdienst. Damit ist gewährleistet, dass auch mit der neuen Schule immer eine parallele Anwendung des Wissens in der Einsatzpraxis erfolgen kann. Der Durchlauf eines Auszubildenden durch die Basisausbildung beträgt mit den jeweils erforderlichen Praxiszeiträumen im Einsatzdienst ca. 6 Jahre.

Für die Theorieausbildung ist ein Schulgebäude mit 13 Lehrsälen sowie einem größeren Vortragssaal geplant, der auch für Veranstaltungen verwendet werden kann. Darüber hinausgehend wird die bestehende Ausbildungsinfrastruktur in Floridsdorf (Brandhaus, Zimmer- und Kellerbrandsimulation, Flash-Over-Container) für den kompletten Übungsbetrieb einer Schule erweitert. Natürlich ergeben sich durch die Zusammenführung der bisher in einer großen Zahl an den Feuerwachen vorhandenen Ausbildungseinrichtungen auch finanzielle Einsparungen.

Insgesamt ist die neue Feuerwehrschule für eine Kapazität von 600 Auszubildenden pro Jahr ausgelegt.

Zwtl.: Organisationsänderungen und Personal für die neue Schule

Um die Kosten für die neue Schule zu begrenzen, wird die noch aus den 1920er Jahren stammende Anordnung von Wachen in Wien nach modernen Gesichtspunkten umgestaltet. Die dadurch frei werdenden Personalressourcen ermöglichen den professionellen Lehrbetrieb in der neuen Feuerwehrschule Floridsdorf. Konkret ist geplant, die Besatzungen der Gruppenwachen „Kahlenbergerdorf“, „Brigittenau“ und „Neubau“ am Standort Floridsdorf zusammenzuziehen.

Um die aufgelassenen Gebäude einer effizienten Nachnutzung zuzuführen, laufen derzeit Gespräche darüber, ob die Wachgebäude von anderen Einsatzorganisationen übernommen werden können. Für die Gruppenwache „Neubau“ wurde dieses Ziel bereits erreicht: Hier ist die Errichtung der Zentrale der „Helfer Wiens“ geplant, der Dachorganisation aller im „K-Kreis“ befindlichen Organisationen. Der „K-Kreis“ ist weltweit ein einzigartiges Symbol für die Zusammenarbeit der freiwilligen und beruflichen Wiener Hilfs- und Einsatzorganisationen sowie zahlreicher Magistratsabteilungen in einer sicheren Millionenstadt. Darüber hinaus hat sich der „K-Kreis“ als die Informationsplattform für die Wiener Bevölkerung zu den Themen: Sicherheit, Gesundheit und Umwelt etabliert.

Die beiden Feuerwachen „Brigittenau“ und „Kahlenbergerdorf“ werden weiterhin als Sicherheitszentren genutzt und bleiben damit Teil des Sicherheitskonzepts der „Helfer Wiens“.

Darüber hinaus werden die am Standort Floridsdorf frei werdenden MitarbeiterInnen der KFZ-Werkstätte, so weit dies nötig ist, umgeschult, und fungieren zukünftig als HaustechnikerInnen der neuen Schule.

Zwtl.: Überblick über geplante Sanierungen und Neuerrichtungen bis 2022

2013-2015: Umbau der Hauptfeuerwache Floridsdorf zur neuen Feuerwehrschule 2016-2018: Neubau der Hauptfeuerwache Leopoldstadt 2019-2020: Neuerrichtung der Zugswache Aspern 2020-2022: Generalsanierung der Zugswache Landstraße

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