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Bures/Sima zu Hochwasserschutz: Marchfeldschutzdamm abgeschlossen

Insgesamt 76,8 Millionen Euro für verbesserte Maßnahmen
Es ist das große Finale: Wien hat die Aufhöhung des Marchfeldschutzdamms abgeschlossen. „Das Projekt Hochwasserschutz an der Donau ist ein Jahrhundertprojekt“, unterstreicht Ministerin Doris Bures.

Marchfeldschutzdamm abgeschlossen;StRin Ulli Sima, Martin Jank, Doris Bures

Bundesministerin Doris Bures und Umweltstadträtin Ulli Sima mit Martin Jank vom Wiener Gewässer Management (WGM) am neu erhöhten Marchfeldschutzdamm (c) Christian Houdek / PID

„Nur die Donauregulierung im 19. Jahrhundert hatte ähnliche Dimensionen für die Zukunft. Überall dort, wo das Projekt wie hier in Wien abgeschlossen ist, gibt es verlässlichen Schutz – damit die Menschen an der Donau nicht nur schön, sondern auch sicher leben.“ Umweltstadträtin Ulli Sima ergänzt: „Wien hat schon mit dem Bau der Donauinsel vor mehr als 30 Jahren bewiesen, dass es stets vorausschauend handelt. Seither wurde intensiv an Maßnahmen zum verbesserten Hochwasserschutz weitergearbeitet, nun ist auch der letzte größere Mosaikstein fertiggestellt. Wien kann damit als erstes österreichisches Bundesland den Hochwasserschutz abschließen.“ Die Stadt ist im Bereich des Marchfeldschutzdamms nun sogar vor einem Hochwasser von bis zu 14.000 Kubikmeter pro Sekunde sicher. Ein solches Ereignis tritt statistisch gesehen einmal alle paar tausend Jahre auf.

Gezielte Planung der Bauprojekte

Insgesamt investierte Wien 76,8 Millionen Euro, der Bund übernahm die Hälfte der Kosten. Die Maßnahmen wurden nach einem 10-Jahres-Plan abgearbeitet.

So wurde der Marchfeldschutzdamm am linken Donauufer saniert: Der bestehende Damm wurde auf einer Länge von rund acht Kilometern um bis zu rund 1,5 Meter erhöht – genau gesagt vom Schwarzen Loch bis zum Schönauer Schlitz. Zusätzlich wurde eine Dichtwand in den Damm eingebaut, welche die Standfestigkeit wesentlich verbessert. Die Arbeiten starteten im September 2009 und fanden fortan in drei Etappen jeweils über die Herbst- und Wintermonate statt, um die Naturoase des angrenzenden Nationalparks zu schützen. Nun, nur 2,5 Jahre nach Baustart, sind die Arbeiten abgeschlossen.

Im Bereich Albener Hafen wird parallel dazu das rechte Donauufer erhöht, bis zur Einmündung der Schwechat in die Donau. „Weitere große Projekte im Zuge des Plans für verbesserten Hochwasserschutz waren etwa die Erhöhung des Hafenumschließungsdamm Lobau am linken Donauufer und die Sanierung des Donaukanal-Rückstaudamms am rechten Ufer“, erklärt Martin Jank, Geschäftsführer der bauorganisierenden Wiener Gewässer Management Gesellschaft mbH (WGM).

Donauinsel als Grundstein des Hochwasserschutzes

Damit ist der Hochwasserschutz für Wien komplett, dessen Arbeiten vor mehr als 30 Jahren mit der Errichtung der Donauinsel begonnen haben. Mit den aktuellen Maßnahmen ist der Hochwasserschutz für Wien nun auch flussabwärts des Kraftwerks Freudenau auf jenes hohe Niveau gebracht, das im innerstädtischen Bereich bereits vorherrscht.

Tiere und Orchideen vor den Bauarbeiten umgesiedelt

Die Natur wurde bei den Arbeiten nie außer Acht gelassen, der ökologische Aspekt stand im Zentrum. So wurden etwa Würfelnattern aus dem Gebiet Albener Hafen eingefangen und umgesiedelt, am Marchfeldschutzdamm waren es Zauneidechsen. In ihren neuen Lebensräumen wurden sie von den Bauarbeiten nicht gestört. Darüber hinaus wachsen am Marchfeldschutzdamm zahlreiche seltene Orchideen-Arten. Manche von ihnen sind bereits zum Aussterben bedroht. Um den sensiblen Lebensraum so weit wie möglich nicht zu beeinträchtigen wurde unter Einbindung des Forstamts der Stadt Wien die Dammoberfläche abgetragen und die „Rasenziegel“ auf bereits fertig gestellte Abschnitte verpflanzt.

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