folge uns auf Facebook!

Aspern: Kick-off Wohnbauinitiative – Bau der ersten 1.600 Wohnungen gestartet

Die Vienna Insurance Group (VIG), die Erste Bank und die Wiener Städtische Versicherung haben sich im Jahr 2011 am Call der Stadt Wien zur „Wohnbauinitiative“ beteiligt und damit ein neuartiges Finanzierungsprojekt für leistbaren Wohnbau gestartet. Das Ziel der Konsortialpartner in Zusammenarbeit mit der Sozialbau-Gruppe und dem Österreichischen Volkswohnungswerk: ein zeitgemäßes und innovatives Realisierungsmodell für frei finanzierte gemeinnützige Mietwohnungen in Wien. Nach einer intensiven Vorbereitungs- und Planungsphase starten in der Seestadt aspern nun die Bauarbeiten der ersten Wohneinheiten. Derzeit werden die Baugruben für die ersten 1.603 Wohnungen ausgehoben, die bereits im kommenden Jahr bezugsfertig sind. Zusätzlich werden 371 Wohnungen im Sonnwendviertel beim neuen Hauptbahnhof sowie 189 Wohnungen in der Absberggasse im 10. Bezirk gebaut. 

seestadt-kickoff

Kick-Off Wohnbauinitiative in Aspern: v.l.n.r. Norbert Scheed, Bezirksvorsteher Donaustadt; Andreas Treichl, Generaldirektor Erste Group Bank AG; Dr. Michael Ludwig, Fotocredit: Wolfgang Voglhuber

 Leistbares Wohnen im Zentrum 

Das Projektziel der Wohnbauinitiative 2011 ist, den Wienerinnen und Wienern eine frei finanzierte Ergänzung zum geförderten Wohnbau der Stadt mit ähnlich günstigen Konditionen sowie hoher Wohn- und Lebensqualität zur Verfügung zu stellen. Konkret bedeutet dies: Die Finanzierungsmiete der Bewohner liegt durchschnittlich bei wertgesicherten 4,75 Euro bis 6,10 Euro je nach Eigenmitteleinsatz. Dabei kann sich der zukünftige Mieter, seinen momentanen Verhältnissen entsprechend, zwischen 150 Euro bzw. 500 Euro pro m2 entscheiden. Die Mieter haben mit diesen Varianten die Wahlfreiheit zwischen höheren Eigenmitteln bei niedriger Miete oder niedrigeren Eigenmitteln bei etwas höherer Miete. Die verpflichtende Mietpreisbindung besteht 10 Jahre lang ab Baufertigstellung und gilt für Neu- und Wiedervermietung. 

Bevölkerung wächst: neues Finanzierungsmodell – gute Alternative für Bedarfsdeckung 

Wiens Bedarf an neuen Wohnungen ist groß. Zu erwarten ist ein Bevölkerungswachstum von ca. 15 Prozent über die kommenden 20 Jahre. Daher ist es wichtig, das Angebot neuer, kostengünstiger Wohnungen auf hohem Niveau zu halten. Im Rahmen der Wohnbauinitiative stellen VIG, Erste Bank und Wiener Städtische als institutionelle Anleger ein Finanzierungsvolumen von 300 Mio. Euro (Gesamtinvestitionsvolumen von 500 Mio. Euro) zur Verfügung, das gemeinsam mit dem gezielten Einsatz von Eigenmitteln gemeinnütziger Bauvereinigungen (GBV) in das Gesamtkonzept fließt. Das bautechnische und soziale Know-how der GBV sichert das Kostenrisiko und die bewohnerorientierte Umsetzung ab. 

 Neue Wege – Qualitätssicherung durch Kooperation 

Bauträger und Architektenteams arbeiten an der Umsetzung der Wohnbauinitiative eng zusammen, Landschaftsarchitekten sind von Beginn an dabei. Eine zentrale Projektsteuerung sorgt für eine reibungslose Koordination. Dieser innovative Prozess, der Wegfall von kostspieligen Anforderungen oder die deutliche Reduktion der Garagenstellplatzverpflichtung, sind Garant dafür, dass die niedrigen Gesamtbaukosten bei gleichzeitig hohen Nutzerqualitäten gebaute Realität werden können. 

„Der Baustart dieser 1.600 Wohnungen ist in zweifacher Weise besonders bedeutsam. Zum einen erfolgt der Baustart der ersten von insgesamt über 6.200 Wohnungen der 2011 ins Leben gerufenen Wiener Wohnbauinitiative, für die die Stadt Grundstücke und Geldmittel in Höhe von 500 Millionen Euro zur Verfügung gestellt hat. Zum anderen erfolgt heute der Start des Baus von insgesamt 8.500 Wohnungen für 20.000 Menschen in der Seestadt aspern. Sie ist europaweit eines der größten Stadterweiterungsgebiete. Bereits in drei Jahren werden etwa 6.000 Wienerinnen und Wiener in den Projekten der Wohnbauinitiative, des ersten Bauträgerwettbewerbs und der Baugruppen in aspern Seestadt, besonders qualitätsvoll leben und wohnen“, hält Dr. Michael Ludwig, Wiens Wohnbaustadtrat, fest. In diesem Zusammenhang kündigt Stadtrat Ludwig an: „Im kommenden Jahr soll ein Stadtteilmanagement starten. Es hat die Stärkung des sozialen Miteinanders, die aktive Beteiligung an der Weiterentwicklung durch die Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils und die Förderung des Stadtteillebens zum Ziel.“ 

„Was in der Seestadt aspern entsteht, ist ein einzigartiges Zukunftsprojekt und die adäquate Antwort auf steigende Nachfrage nach erschwinglichem Wohnraum in Wien. Die Seestadt aspern ist aber mehr als nur eine Wohnlösung. Es ist ein neues Stadtkonzept, in dem Wohnen, Arbeiten, Freizeit, Erholung und Infrastruktur ihren Platz haben werden. Die hier entstehende Lebens- und Wohnqualität unterstreicht die Stellung Wiens als Top-Wohnregion in Europa“, sagt Andreas Treichl, Generaldirektor Erste Group Bank AG. 

„Das Finanzierungskonzept der Wohnbauinitiative ist ein sinnvolles Modell, um Lösungen für eine unserer größten Herausforderungen anzubieten: Nachhaltig leistbarer Wohnraum auf höchstem Niveau, sinnvoll und mit Blick in die Zukunft dimensioniert. Mit diesem Konzept wollen alle involvierten Partner einen wichtigen Beitrag für eine weitere positive Entwicklung der Stadt Wien in Punkto Lebensqualität und Wirtschaftsstandort leisten. Mit dem Baustart der ersten 1.600 Wohneinheiten in der Seestadt aspern wurde ein wichtiger Meilenstein in der Umsetzung erreicht“, erläutert Dr. Günter Geyer, Vorstandsvorsitzender Wiener Städtische Versicherungsverein. Und weiter: „Wir stehen hinter dem Konzept aspern. Daher sind wir an einer Erweiterung unseres Engagements interessiert und werden uns aktiv um den Erwerb weiterer Grundstücke bemühen.“ 

„Die SOZIALBAU AG hat über Auftrag des Konsortiums Wiener Städtische und Erste Bank, als Projektentwickler, Projektumsetzer und Koordinator jener 11 dem Konsortium nahestehenden Bauvereinigungen, sowie den 18 Architektenteams und 5 Landschaftsarchitekten einmal mehr ihr bautechnisches und soziales ‚Know-how‘ bei Entwicklung und Umsetzung von qualitativ hochwertigen Wohnbauvorhaben unter Beweis stellen können. In rekordverdächtigen 21 Monaten und mit Hilfe eines völlig neu entwickelten ‚kooperativen‘ Verfahrens wurden nun die Vorarbeiten an diesem Megaprojekt abgeschlossen und die ersten Bauarbeiten konnten begonnen werden“, so Prof. KR Dr. Herbert Ludl, Vorstandsvorsitzender Sozialbau AG. 

 ZEITTAFEL „Wohnbauinitiative“ 

  • 15.03.2011 CALL-Auslobung der Stadt Wien 
  • 22.03.2011 Anbot der VIG/Wiener Städtische Versicherung und Erste Bank zur Schaffung von 3.000 Wohnungen mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von rd. 500 Mio. Euro 
  • 24.08.2011 Zuschlag 
  • 29.11.2011 1. Workshop aller Beteiligten zum Kooperationsverfahren 
  • 19.12.2011 Entwurfsskizzenabgabe 
  • 17.01.2012 2. Workshop aller Beteiligten zum Kooperationsverfahren
  • 21.02.2012 Abschluss der Entwurfsarbeit und Abgabe der Entwürfe 
  • 27.03.2012 Freigabe durch den Wohnbauinitiativenbeirat (WBIB) zur Sicherung der zugesagten Qualitäten 
  • 15.06.2012 1. Baueinreichung und Abgabe der Einreichplanung 
  • 27.02.2012 1. Baubewilligung 
  • 02.05.2013 Baubeginn 
  • 01.12.2014 1. Bezug 
Kategorien